• Start
  • Kanzlei
    • Philosophie
    • Historie
    • Anwälte
    • Karriere
    • Kunst
    • Presse
  • Rechtsberatung
    • Erstberatung
    • Telefonische Beratung
    • Kosten
  • Rechtsgebiete
    • Arbeitsrecht Arbeitnehmer und Betriebsräte
    • Arbeitsrecht: Unternehmen
    • Erbrecht
    • Familienrecht
    • Forderungseinzug (Inkasso)
    • Gesellschaftsrecht
    • Gewerblicher Rechtsschutz und IT-Recht
    • Immobilienrecht, Mietrecht und WEG-Recht
    • Kapitalanlagerecht
    • Onlinehandel
    • Restrukturierung und Insolvenz
    • Unternehmenskauf
    • Unternehmensnachfolge
    • Urheber-, Medien- und Presserecht
  • Recht aktuell
  • Insolvenzverwaltung
  • Kontakt

„Coram iudice et in alto mari sumus in manu Dei“.

zu deutsch:
„Vor Gericht und auf hoher See sind wir in Gottes Hand.“
(Deshalb sollte Ihr Kapitän stets kompetent und zuverlässig sein!)

GRAF-DETZER Rechtsanwälte

Rechtsanwalts-Kanzlei in Wolfratshausen mit internationaler Kompetenz

  • Rechtsanwälte der Kanzlei Graf-Detzer
    Umfassende Beratung und Vertretung aus einer Hand
  • kanzlei-graf-detzer-besprechungsraum
    Mit Kompetenz und Weitsicht bringen wir Sie an Ihr Ziel
  • kanzlei-graf-detzer-visitenkarten
    zuverlässig – diskret – bewährt
  • Coram iudice sumus in manu Dei von der Irschenhausener Malerin und Schmuckdesignerin Judith Amselgruber
    Coram iudice sumus in manu Dei

Können Erben Geschenke an den Bevollmächtigten zurückverlangen?

6. Januar 2026 | von Rechtsanwalt Helmut A. Graf | Kategorie: Erbrecht

In der erbrechtlichen Praxis stellt sich immer wieder die Frage, ob Erben Zuwendungen oder angebliche Schenkungen, die der Erblasser zu Lebzeiten an einen Bevollmächtigten gemacht hat, nach dessen Tod zurückverlangen können. Besonders konfliktträchtig sind Konstellationen, in denen ein Bevollmächtigter – häufig ein naher Angehöriger – kurz vor dem Tod des Erblassers größere Geldbeträge abgehoben oder Vermögenswerte auf sich übertragen hat. Nicht selten wird dies im Nachhinein mit dem Hinweis verteidigt, der Erblasser habe das Geld „geschenkt“. Ob diese Argumentation rechtlich trägt, hängt von mehreren Voraussetzungen ab. Der folgende Beitrag zeigt auf, wann Erben Rückforderungsansprüche haben, wann nicht und welche rechtlichen Instrumente ihnen zur Verfügung stehen.

Rechtliche Grundlagen: Schenkung und Vollmacht

Was ist rechtlich eine Schenkung?

Nach § 516 Abs. 1 BGBliegt eine Schenkung vor, wenn jemand aus seinem Vermögen einen anderen unentgeltlich bereichert und beide Seiten darüber einig sind, dass die Zuwendung ohne Gegenleistung erfolgen soll. Erforderlich ist somit nicht nur eine Vermögensverschiebung, sondern auch ein nachweisbarer Schenkungswille des Erblassers.

Ein Schenkungsversprechen bedarf grundsätzlich der notariellen Beurkundung (§ 518 Abs. 1 BGB). Zwar kann der Formmangel durch tatsächliche Bewirkung der Schenkung geheilt werden, in der Praxis scheitert die Wirksamkeit jedoch häufig daran, dass der behauptete Schenkungswille nicht belegbar ist.

Die besondere Stellung des Bevollmächtigten

Ein Bevollmächtigter handelt rechtlich nicht im eigenen Interesse, sondern im Namen und für Rechnung des Vollmachtgebers (§ 164 BGB). Eine Bank- oder Vorsorgevollmacht berechtigt zur Vermögensverwaltung – nicht jedoch automatisch zur eigenen Bereicherung.

Fehlt eine ausdrückliche Ermächtigung zur Schenkung an sich selbst, sind Vermögensübertragungen an den Bevollmächtigten besonders kritisch zu prüfen. Der bloße Umstand, dass eine Vollmacht bestand, rechtfertigt keine Schenkung.

Auskunfts- und Rechenschaftspflichten nach dem Erbfall

Nach dem Tod des Vollmachtgebers gehen dessen Rechte auf die Erben über. Diese können vom Bevollmächtigten umfassend Auskunft und Rechenschaft verlangen (§ 662 BGB, § 666 BGB).

Der Bevollmächtigte muss insbesondere offenlegen, welche Kontoverfügungen vorgenommen wurden und aus welchem Grund diese erfolgt sind.

Kann er nicht darlegen, dass die Zahlungen im Interesse des Erblassers erfolgten oder auf einer wirksamen Schenkung beruhten, besteht regelmäßig ein Rückzahlungsanspruch der Erben.

Können Schenkungen grundsätzlich zurückverlangt werden?

Grundsatz: „Geschenkt ist geschenkt“

Wirksam vollzogene Schenkungen sind grundsätzlich endgültig. Erben können nicht allein deshalb eine Rückforderung verlangen, weil der Nachlass durch die Schenkung geschmälert wurde.

Ein weit verbreiteter Irrtum ist die Annahme, Schenkungen könnten innerhalb von zehn Jahren automatisch zurückgefordert werden. Diese Frist spielt lediglich im Pflichtteilsrecht eine Rolle (§ 2325 BGB), nicht jedoch für allgemeine Rückforderungsansprüche.

Ausnahmefälle mit Rückforderungsmöglichkeit

Sittenwidrige oder benachteiligende Schenkungen (§ 2287 BGB)

Ein Rückforderungsanspruch kann bestehen, wenn der Erblasser eine Schenkung in der Absicht vorgenommen hat, einen vertraglich oder gemeinschaftlich gebundenen Erben zu benachteiligen.
In diesen Fällen eröffnet § 2287 BGB einen Anspruch auf Herausgabe des Geschenks.

Voraussetzung ist insbesondere, dass kein nachvollziehbares Eigeninteresse des Erblassers bestand und die Schenkung objektiv geeignet war, die Erbenstellung zu beeinträchtigen. Die Rechtsprechung stellt hieran strenge Anforderungen, erkennt solche Ansprüche jedoch in klaren Fällen an.

Pflichtteilsergänzungsansprüche

Pflichtteilsberechtigte können Schenkungen nicht unmittelbar zurückverlangen. Sie haben jedoch einen Anspruch auf Pflichtteilsergänzung nach § 2325 BGB, wodurch der Wert der Schenkung rechnerisch dem Nachlass hinzugerechnet wird. Je kürzer der Zeitraum zwischen Schenkung und Erbfall, desto größer ist die wirtschaftliche Auswirkung.

Rückforderung wegen fehlenden Rechtsgrundes

Ungerechtfertigte Bereicherung

Kann der Bevollmächtigte weder eine wirksame Schenkung noch einen Auftrag im Interesse des Erblassers nachweisen, kommen Rückforderungsansprüche aus ungerechtfertigter Bereicherung in Betracht (§ 812 BGB).

Gerade bei größeren Abhebungen oder Überweisungen kurz vor dem Tod des Erblassers scheitert der Nachweis eines Schenkungswillens häufig. In diesen Fällen sind die Erfolgsaussichten für Erben regelmäßig gut.

Beweislast beim Bevollmächtigten

Beruft sich der Bevollmächtigte auf eine Schenkung, trägt er die Darlegungs- und Beweislast. Pauschale Behauptungen oder familiäre Nähe genügen nicht. Erforderlich sind konkrete und nachvollziehbare Anhaltspunkte für einen echten Schenkungswillen.

Fazit

Die Frage, ob Erben Geschenke an einen Bevollmächtigten zurückverlangen können, lässt sich nicht pauschal beantworten. Automatische Rückforderungsrechte bestehen nicht. Gleichwohl sind Erben keineswegs rechtlos.

In der Praxis zeigt sich, dass viele angebliche Schenkungen einer rechtlichen Überprüfung nicht standhalten,
weil es an einem nachweisbaren Schenkungswillen oder an einer rechtlichen Grundlage fehlt. Erben verfügen regelmäßig über starke Ansprüche auf Auskunft, Rechenschaft und – bei fehlender Rechtfertigung – auf Rückzahlung.

Wer als Erbe Zweifel an der Rechtmäßigkeit von Zuwendungen an Bevollmächtigte hat, sollte frühzeitig rechtlichen Rat einholen. Eine sorgfältige Analyse der Vermögensbewegungen entscheidet häufig darüber,
ob Rückforderungsansprüche erfolgreich durchgesetzt werden können.

Übrigens: Wegen des Kanzleisitzes in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof in Wolfratshausen sind die Anwälte der Kanzlei GRAF-DETZER Rechtsanwälte auch für Klienten aus Geretsried, Starnberg und München immer in greifbarer Nähe.

Suche

Recht aktuell :: Archive

    Kategorien
    • Allgemein
    • Arbeitsrecht
    • Äußerungsrecht
    • Datenschutzrecht
    • Erbrecht
    • Familienrecht
    • Gesellschaftsrecht
    • Gewerberecht
    • Handelsrecht
    • Insolvenzrecht
    • IT-Recht
    • Kapitalanlagerecht
    • Kaufrecht
    • Markenrecht
    • Mietrecht
    • Presserecht
    • Ratgeber
    • Recht allgemein
    • Steuerrecht
    • Urheberrecht
    • Versicherungsrecht
    • Vertragsrecht
    • Verwaltungsrecht
    • WEG-Recht
    • Werkvertragsrecht
    • Wettbewerbsrecht
    • Zivilprozessrecht
    • Zwangsvollstreckungsrecht
    Monatsarchiv
    • Januar 2026
    • Dezember 2025
    • November 2025
    • Oktober 2025
    • September 2025
    • August 2025
    • Juli 2025
    • Juni 2025
    • Mai 2025
    • April 2025
    • März 2025
    • Februar 2025
    • Januar 2025
    • Dezember 2024
    • November 2024
    • Oktober 2024
    • September 2024
    • August 2024
    • Juli 2024
    • Juni 2024
    • Mai 2024
    • April 2024
    • März 2024
    • Februar 2024
    • Januar 2024
    • Dezember 2023
    • November 2023
    • Oktober 2023
    • September 2023
    • August 2023
    • Juli 2023
    • Juni 2023
    • Mai 2023
    • April 2023
    • März 2023
    • Februar 2023
    • Januar 2023
    • Dezember 2022
    • November 2022
    • Oktober 2022
    • September 2022
    • August 2022
    • Juli 2022
    • Juni 2022
    • Mai 2022
    • April 2022
    • März 2022
    • Februar 2022
    • Januar 2022
    • Dezember 2021
    • November 2021
    • Oktober 2021
    • September 2021
    • August 2021
    • Juli 2021
    • Juni 2021
    • Mai 2021
    • April 2021
    • März 2021
    • Februar 2021
    • Januar 2021
    • Dezember 2020
    • November 2020
    • Oktober 2020
    • September 2020
    • August 2020
    • Juli 2020
    • Juni 2020
    • Mai 2020
    • April 2020
    • März 2020
    • Februar 2020
    • Januar 2020
    • Dezember 2019
    • November 2019
    • Oktober 2019
    • September 2019
    • August 2019
    • Juli 2019
    • Juni 2019
    • Mai 2019
    • April 2019
    • März 2019
    • Februar 2019
    • Januar 2019
    • Dezember 2018
    • November 2018
    • Oktober 2018
    • September 2018
    • August 2018
    • Juli 2018
    • Juni 2018
    • Mai 2018
    • April 2018
    • März 2018
    • Februar 2018
    • Januar 2018
    • Dezember 2017
    • November 2017
    • Oktober 2017
    • September 2017
    • August 2017
    • Juli 2017
    • Juni 2017
    • Mai 2017
    • April 2017
    • März 2017
    • Februar 2017
    • Januar 2017
    • Dezember 2016
    • November 2016
    • Oktober 2016
    • September 2016
    • August 2016
    • Juli 2016
    • Juni 2016
    • Mai 2016
    • April 2016
    • März 2016
    • Februar 2016
    • Januar 2016
    • Dezember 2015
    • November 2015
    • Oktober 2015
    • September 2015
    • August 2015
    • Juli 2015
    • Juni 2015
    • Mai 2015
    • April 2015
    • März 2015
    • Februar 2015
    • Januar 2015
    • Dezember 2014
    • November 2014
    • Oktober 2014
    • September 2014
    • August 2014
    • Juli 2014
    • Juni 2014
    • Mai 2014
    • April 2014
    • März 2014
    • Februar 2014
    • Januar 2014
    • Dezember 2013
    • November 2013
    • Oktober 2013
    • September 2013
    • August 2013
    • Juli 2013
    • Juni 2013
    • Mai 2013
    • April 2013
    • März 2013
    • Februar 2013
    • Januar 2013
    • Dezember 2012
    • November 2012
    • Oktober 2012
    • September 2012
    • August 2012
    • Juli 2012
    • Juni 2012
    • Mai 2012
    • Februar 2012
    • April 2011
    • Januar 2011
    • Dezember 2010
    • November 2010
    • Oktober 2010
    • September 2010
    • August 2010
    • Juli 2010
    • Juni 2010
    • Mai 2010
    • April 2010
    • März 2010
    • Februar 2010
    • Januar 2010
    • Dezember 2009
    • November 2009
    • Oktober 2009
    • September 2009
    • August 2009
    • Juli 2009
    [Anschrift-Wolfratshausen]
    [Anschrift-Muenchen]
    • Impressum
    • Datenschutz
    [borlabs-cookie type="btn-cookie-preference" title="Cookie-Einstellungen" element="link"/]
    © 2009-2026 GRAF-DETZER Rechtsanwälte
    • Start
    • Recht aktuell
    • Kontakt
    • Menü
      Schließen
    Navigation
    • Start
    • Kanzlei
      • Philosophie
      • Historie
      • Anwälte
      • Karriere
      • Kunst
      • Presse
    • Rechtsberatung
      • Erstberatung
      • Telefonische Beratung
      • Kosten
    • Rechtsgebiete
      • Arbeitsrecht Arbeitnehmer und Betriebsräte
      • Arbeitsrecht: Unternehmen
      • Erbrecht
      • Familienrecht
      • Forderungseinzug (Inkasso)
      • Gesellschaftsrecht
      • Gewerblicher Rechtsschutz und IT-Recht
      • Immobilienrecht, Mietrecht und WEG-Recht
      • Kapitalanlagerecht
      • Onlinehandel
      • Restrukturierung und Insolvenz
      • Unternehmenskauf
      • Unternehmensnachfolge
      • Urheber-, Medien- und Presserecht
    • Recht aktuell
    • Kontakt